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„Mit Hürden gehe ich heute anders um”

Vartan Tekneyan Der Münchner Künstler Vartan Tekneyan hat nach einer Lebenskrise wieder Zuversicht und eine neue innere Haltung gewonnen.

Eine Altbauwohnung inmitten der Münchener Innenstadt. Das Mobiliar ist schlicht, bunte Grafikdrucke mit stilisierten Mode- und Tiermotiven dekorieren die Wände. Hier lebt und arbeitet der 42-jährige Künstler Vartan Tekneyan. Vor drei Jahren hat der gelernte Webdesigner mit einer Partnerin einen Auftragsservice für Pigmentdrucke eröffnet und stellt seitdem Editionen, Sonderdrucke und Kataloge für Galerien her. Gleichzeitig hat Vartan Tekneyan sein Faible für Ornamente in die Tat umgesetzt und angefangen, selbst zu designen. Die Arbeit trägt Früchte: Ein bekannter Buchverlag hat eines seiner Ornamentdesigns als Cover drucken lassen, gerade ist eine Ausstellung erfolgreich zu Ende gegangen und eine Vernissage in Wien befindet sich in Vorbereitung. Langfristig will der Künstler von seinen Eigenkreationen leben können: „Das ist mein Ziel, das ich unablässig verfolge.”

Schicksalsschläge haben Spuren hinterlassen

Der Optimismus kam dem Künstler allerdings vor rund eineinhalb Jahren abhanden. Das selbstständige Geschäft mit den Pigmentdrucken lief schlecht an. Vartan Tekneyan fand sich in einer tiefen Krise wieder: „Ich wusste nicht mehr weiter. Zu diesem Zeitpunkt ist mir klar geworden, dass ich Hilfe brauche”, sagt er. Also fasste er den Entschluss, sich an NeNA zu wenden. Bei den ersten Treffen mit dem Coach ging es darum, herauszufinden, was in Vartan Tekneyans bisherigem Leben passiert war. Und das war nicht unbeträchtlich: Eine langwierige, schwere Krankheit hatte seine Karriere in einer renommierten Unternehmensberatung beendet. Als Tekneyan die Krankheit überwunden hatte, musste er ganz neu beginnen. Der Schritt in die Selbstständigkeit vor drei Jahren stellte einen gravierenden Wendepunkt dar. „Im Grunde haben wir in den Coaching-Stunden erst einmal Eckdaten besprochen. Für mich war das eine extreme Hilfe zur Selbstreflexion.” Sehr gut sei für ihn auch gewesen, einem neutralen Menschen gegenüberzusitzen, der sonst nichts mit seinem Leben zu tun hatte. „Da konnte ich mich besser öffnen”, erklärt er.

Eines Tages gab es wieder Zuversicht

Für Vartan Tekneyan bedeutete das Job-Coaching vor allem eine Hilfe zur Selbsthilfe: „Ich habe begonnen, über mich selbst, mein Leben und meine Handlungsweisen anders zu denken. Die Anstöße durch den Coach haben meiner Sichtweise eine andere Richtung gegeben.” Während des zwölfmonatigen Coachings ist ein Prozess in Gang gekommen, bei dem Vartan Tekneyan auf völlig neue Ideen kam, was er tun könnte, bei dem er aber auch gesehen hat, woran es hakt und was sich verbessern ließe. „Das war der große Gewinn für mich: Eine neue Perspektive aufzubauen und nicht, wie oft zuvor, aufzugeben und bewegungslos zu werden. Dieses Verhaltensmuster konnte ich mir durch das Coaching abgewöhnen.”

Der Optimismus hält Schwierigkeiten stand

Angekommen sei er an seinem Ziel der beruflichen Selbstverwirklichung zwar noch nicht, sagt Vartan Tekneyan, jedoch gebe es einen gravierenden Unterschied zu früher: „Ich gehe mit Hürden anders um. Ich jongliere mehr damit, sage mir, das wird schon irgendwie hinhauen. Arbeite trotzdem weiter und bereite die Ausstellung für Wien vor, obwohl ich noch gar nicht weiß, woher ich das Geld für die Bilderrahmen bekomme. Das alles voranzutreiben, bedeutete eine große Wende in meinem Leben.”